• Start der Tour in Zwiesel.

  • Die Fahrt beginnt in Zwiesel. In der Gegend gibt es viele Glashütten, wie hier in Frauenau.

  • Glaskunst in Frauenau.

  • Nationalpark-Besucherzentrum Lusen, mit einem schönen Parkplatz für die Autos...

  • ... und das ist der Parkplatz für die Fahrräder.

  • Baumwipfelpfad im Nationalparkzentrum.

  • Hier geht's zur Baumkrone.

  • Tannenzapfen sind grün und wachsen nach oben. Ihre Schuppen gehen schon am Baum auf. Die braunen Dinger, die auf dem Waldboden liegen, sind Fichtenzapfen.

  • An Grenzen gibt es immer eigenartige Schilder und Vorschriften.

  • Da die Grenze hier für Autos nicht passierbar ist, ist schon die Zufahrtsstrecke angenehm zu radeln.

  • Dieses Bächlein markierte einmal den Eisernen Vorhang.

  • Das dürfte so viel heißen wie "Achtung! Staatsgrenze am Wasserlauf".

  • So sah es früher einmal aus.

  • Gleich hinter der Grenze: Bučina. Die ganzen Grenzorte wurden allerdings nach Bau des Eisernen Vorhangs umgesiedelt und platt gemacht. Sonst hätten die Leute ja womöglich abhauen können. Das Hotel Bučina ist neu erbaut.

  • Tolle Aussicht vom Hotel "Alpskà Vyhlìdka" Bučina in 1200 m Höhe. Das Hotel heißt so, weil man von hier manchmal angeblich die Alpen sehen kann.

  • Rast- und Radparkplatz an der Moldauquelle

  • Kvilda, die nächste Ortschaft, besteht nur aus ein paar Häusern und einer Kirche.

  • Die Moldau ist hier aber schon zu einem ansehnlichen Flüßchen angewachsen.

  • Über wenig befahrene Straßen geht es moldauabwärts. Das "älteste Gasthaus im Böhmerwald" sieht auch so aus.

  • Die Moldau wird immer breiter...

  • ... bildet Moore und Auen ...

  • ... und fließt bald in den Lipno-See, den Moldaustausee.

  • Frymburk/Friedberg

  • Frymburk/Friedberg

  • Lipno ist ein recht künstlicher Retortenort mit lauter Ferienappartements, die ein niederländischer Investor hat bauen lassen.

  • Kurz hinter Lipno befindet sich das Ende des Sees und die Staumauer.

  • Wo ist das Wasser geblieben? – Es muss wohl durchs Kraftwerk fließen.

  • Dank des Kraftwerks hat Lipno einen Bahnhof, an dem eine Stichstrecke endet, die von der Hauptstrecke Linz-Budweis abzweigt.

  • Hinter Lipno: der Fahrradweg führt durch einen fast unbeführten Talabschnitt, nur von der Bahnstrecke begleitet.

  • Die Moldau zeigt sich von der wilden Seite.

  • Der nächste Stausee. Im Hintergrund: das ehemalige Zisterzienserkloster von Viššy Brod.

  • Viššy Brod

  • Der unrenovierte Teil der Klosteranlage.

  • Rožmberk nad Vltavou, benannt nach dem Adelsgeschelcht der Rosenberger, denen die Herrschaft gehörte.

  • in der Mitte die alte, rechts am Rand angedeutet die neue Burg Rosenberg.

  • Burg Rosenberg

  • Burg Rosenberg

  • Burg Rosenberg

  • Burg Rosenberg

  • Leuchter mit Geweih

  • In ständigem Auf und Ab geht es weiter durch den Böhmerwald.

  • Český Krumlov/Böhmisch Krumau

  • Die Burg ist Unisco-Weltkulturerbe, beliebt bei Japanern und Chinesen.

  • Burg Krumau

  • Burg Krumau

  • St.-Vitus-Kirche

  • Atelier des Malers Egon Schiele

  • Das nicht-touristische Krumau

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„Schnell mal“ zum Nationalparkzentrum Bayerischer Wald und den Baumwipfelpfad ablaufen, dann weiter zur Moldauquelle – man unterschätzt doch leicht, was es auch im Mittelgebirge für Höhenunterschiede zu überwinden gibt.

1. Tag: Von Zwiesel zum Eisernen Vorhang

Ausgangspunkt meiner Tour ist der Bahnhof Zwiesel. Am ersten Tag zeigt sich der Bayerische Wald grau in grau: der Himmel ist wolkenverhangen, aber immerhin bleibt es trocken. Bei Temperaturen von 10 bis 14 Grad werde ich aber den ganzen Tag eine Jacke anbehalten. Am Nationalparkzentrum Lusen bietet sich das typische Bild einer deutschen Ausflugsdestination: starkes Verkehrsaufkommen, ein riesiger Parkplatz und fast keine Radabstellmöglichkeiten, obwohl hier der „Nationalparkradweg“ vorbeiführt. Und da hat man doch tatsächlich zwei (!) Fahrradbügel aufgestellt. Aber scheinbar ist es auch abwegig, hier mit dem Fahrrad hinzufahren, denn ich bin der einzige. Dass man sein Gepäck irgendwo gesichert unterbringen könnte: Fehlanzeige. Zwar gibt es das Hans-Eisenmann-Haus mit umfangreicher Ausstellung, die Info ist aber nicht besetzt und Schließfächer gibt’s keine. Also hoffen, dass Unterhosen und Ersatzteile hinterher noch am Rad sind.

Der Baumwipfelpfad ist sehenswert und die Schautafeln enthalten interessante Informationen über das Leben und die Eigenarten der Bäume. Für den Besuch sollte man eineinhalb bis zwei Stunden einplanen.

Auf der folgenden Wegstrecke von Neuschönau nach Finsterau ist wesentlich weniger Verkehr und der zunächst straßenbegleitende Radweg hat auch einigen Abstand zu Fahrbahn, was angenehm ist. Schließlich wendet sich die Straße vom Radweg ab, der als Waldweg an einer Hangkante entlang nach Mauth weiterführt. Dort trifft man wieder auf eine schmale Nebenstraße, die nun kontinuierlich ansteigend Richtung Grenzkamm führt. Die Steigung wird dann bei Finsterau – einem recht trostlosten Ort – immer steiler. Das seelenlose Hotel mit den billigen Kunststoff-Fenstern und -Türen lädt nicht wirklich zum Übernachten ein, also weiter nach Tschechien.

Nun kommt die Grenzregion. An Grenzen gibt es mitunter eigenartige Schilder. Auch hier hat die Bürokratie interessantes hervorgebracht – siehe Bilder. Die Straße endet an einem Wanderparkplatz. Der eigentliche Grenzbildner ist ein Bachlauf, der von einer Fuß-/Radwegbrücke überspannt wird. Kurz dahinter beginnt die Straße auf tschechischer Seite und plötzlich taucht – Überraschung – ein wunderschöner Berggasthof mit Hotel auf. An diesem wunderbaren Flecken schlage ich mein Nachtlager auf und erhalte ein Zimmer mit traumhaftem Balkon-Ausblick. Am Rand des Hotelgrundstücks befindet sich noch ein Rest der ehemaligen Grenzbefestigung. Jedem, der gegen ein vereintes Europa wettert kann man nur empfehlen, sich das mal anzusehen.

2. Tag: Von der Moldauquelle zum Lipno-Stausee

Für die Fahrtenplanung in Tschechien gibt es die hervorragende Online-Karte Cyklo-Atlas. Ich hatte starke Bedenken, mit Gepäck und Tourenrad die gestrichelten Wege zu fahren, die als Mountainbike-Strecken ausgewiesen sind. Vor Ort stellt sich aber heraus, dass es gepflegte Schotterwege sind, die kein Problem darstellen. Ansonsten sind die Radwege in Tschechien fast durchweg geteert und besser als in Deutschland. Auch an der Moldauquelle gleich eine Überraschung, wie man hier auf Radtouristen und Ausflügler eingestellt ist: Ein überdachter Rastplatz und eine Parkbucht zum Abstellen von Fahrrädern sind vorhanden. Informationstafeln weisen die Moldau als die „Mutter aller Flüsse Tschechiens“ aus. Die Quelle selbst befindet sich in einem natürlichen Becken um das herum ein bequemer Holzsteg gebaut worden ist. Der abgestorbene Wald drum herum gibt der Landschaft einen ganz eigenen Charakter. Rund herum gibt es noch viele andere, sozusagen illegale, kleine Quellen, die auch alle die Moldau speisen. Eine Quelle als „offiziell“ zu bezeichnen ist wohl immer etwas willkürlich, zumal auch die offizielle Quelle zum Zeitpunkt meines Besuchs nur eine ganz minimale Schüttung hat, etwa wie ein versehentlich nicht ganz abgestellter Wasserhahn.

Von der der Moldauquelle bis nach Kvilda, dem nächsten Ort mit öffentlichem Straßenanschluss sind es etwa 10 km, die man bequem auf einem geteerten Rad- und Wanderweg rollt. Auch die Beschilderung ist vorbildlich. Insgesamt kommt mir Tschechien vor wie etwa Österreich vor 30 bis 40 Jahren: etwas verschlafen, authentisch, nicht alles so zurechtrenoviert und viel weniger Autoverkehr als in Deutschland. Auch andere Sachen sind wie früher, etwa, dass jeder Ort ein Post hat.

Von Kvilda führt eine Nebenstraße entlang der Moldau, später geht es dann auch auf einsamen Waldwegen weiter. In einem weiteren Abschnitt führt der Weg an einer Bahnstrecke entlang. Alles sehr gut und sicher zu fahren, bis auch ein kurzes Stück, wo eine Hauptstraße wegen einer Baustelle über die Nebenstrecke umgeleitet wird. Da sind dann auch ein paar größere LKWs unterwegs. Ein netter Ort am Lipno-Stausee ist Fymburk/Friedberg. Die Kirche dominiert das Ortsbild und an einem langgezogenen Platz mit parkartigen Bäumen in der Mitte sind alte Häuser aufgereiht. Hätte ich mir nur hier ein Übernachtungsquartier gesucht. Da die Zeit noch reicht, fahre ich aber weiter bis Lipno, einem seelenlosen Retortenort aus lauter Neubauten, die von einem niederländischen Investor hochgezogen wurden. Mehrfamilienhäuser mit Ferienwohnungen sind wie mit dem Stempel vervielfältigt nebeneinander gesetzt und am See hat man noch einen Yachthafen angelegt, der auch nicht so recht hierher passen will. Drei Unterkünfte, bei denen ich anfrage, sind alle voll. Erst bei der vierten Anfrage bekomme ich ein Quartier.

3. Tag: Von Lipno nach Krumau

Auf diesem Streckenabschnitt wäre ich eigentlich gerne weiter an der Moldau entlang gefahren, aber durch das Tal führt nur eine Autostraße. Vielleicht hielte sich der Verkehr ja in Grenzen, aber ich entscheide mich doch lieber für die Radroute abseits des Flusses. Zunächst geht es aber noch durch einen traumhaft schönen, autofreien Talabschnitt nach Viššy Brod, einen Ort mit er großen, ehemaligen Zisterzienserabtei. Ab nun führt die Radroute in stetem Auf und Ab durch den Böhmerwald. Bei Rožmberk/Rosenberg trifft man wieder auf das Moldautal. Hier gibt es eine große Burg für deren Besichtigung ich mir etwas Zeit genommen habe. Die Burg teilt sich in einem oberen und einen unteren Teil. Der untere Teil ist restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich. Im oberen Teil, der ziemlich mitgenommen aussieht, befindet sich ein Hostel. Vor dem oberen Teil ist noch eine Terasse, auf der man wunderbar unter Sonnenschirmen sitzen kann, um die Wartezeit bis zur Führung zu überbrücken. Wo in Deutschland alles voll wäre, sitzen hier nur wenige Leute. Dafür gibt’s aber auch nur Getränke, kein Eis, kein Kuchen, keine kleinen Gerichte. Aber es ist auch mal schön, wenn nicht alles so durchkommerzialisiert ist. Die Burg selbst ist voll mit Gemälden und Einrichtungsgegenständen und deshalb nur mit Führung zugänglich. Alles sehr sehenswert.

Auch der weitere Streckenverlauf geht durch „Höhen und Tiefen“ – und wenn man mal das Hochplateau erreicht hat, bläst einem der Wind entgegen. Aber dazu habe ich ja das Motörchen und war auch wirklich froh drum. Am Schluss steigt der Weg ab nach Krumau mit einem wunderbaren Blick auf das Panorama der Altstadt, die in einer Moldauschleife liegt. Auch sie wird durch die Burg dominiert, die hier noch wesentlich größer als in Rožmberk ist und Unesco-Welterbestatus hat. Das zieht natürlich viele Touristen, insbesondere aus Asien, an. Dementsprechend viel ist dort auch los. Insgesamt ein Tag mit wenigen Kilometern aber vielen Sehenswürdigkeiten.

Fahrtinfo Zwiesel – Budweis

  • Datum: 25. bis 28. Mai 2017
  • 1. Tag: Zwiesel – Bucina | 61 km | 1140 hm
  • 2. Tag: Bucina – Lipno nad Vltava | 105 km | 650 hm
  • 3. Tag: Lipno nad Vltava – Krumau | 49 km | 690 hm
  • 4. Tag: Krumau – Budweis | 34 km | 250 hm

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